Braden-Skala: Dekubitusrisiko einschätzen

Sechs Merkmale, 6 bis 23 Punkte – mit Rechner, Auswertung und Erläuterung jeder Stufe.

Was die Braden-Skala misst

Die Braden-Skala schätzt ein, wie groß die Gefahr eines Dekubitus (Druckgeschwür) ist. Sie wurde 1987 von Barbara Braden und Nancy Bergstrom entwickelt und ist eine der am häufigsten genutzten Skalen in der Pflege.

Bewertet werden sechs Merkmale: Empfindungsvermögen, Feuchtigkeit der Haut, Aktivität, Mobilität, Ernährung sowie Reibung und Scherkräfte. Jedes Merkmal bekommt 1 bis 4 Punkte (Reibung 1 bis 3). Die Summe liegt zwischen 6 und 23. Je niedriger die Summe, desto höher das Risiko.

Braden-Skala online berechnen

Wählen Sie je Merkmal die Beschreibung, die am besten passt. Die Summe und die Einschätzung erscheinen sofort. Es werden keine Daten übertragen – die Rechnung läuft in Ihrem Browser und wird nicht gespeichert.

Sensorisches EmpfindungsvermögenKann die Person Druck und Schmerz spüren und mitteilen?
Feuchtigkeit der HautWie oft ist die Haut feucht – durch Schweiß, Urin oder Wundsekret?
AktivitätWie viel bewegt sich die Person im Alltag?
MobilitätKann die Person ihre Körperlage selbst verändern?
ErnährungWie viel isst und trinkt die Person?
Reibung und ScherkräfteRutscht die Person im Bett oder Stuhl, braucht sie viel Hilfe beim Umlagern?

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Bitte alle sechs Merkmale bewerten.

Das Ergebnis ist eine Orientierung. Die Einschätzung des Dekubitusrisikos trifft die Pflegefachkraft – die Skala unterstützt sie dabei, sie ersetzt sie nicht.

Auswertung: Punkte und Risiko

SummeEinschätzung
6–9 Punktesehr hohes Risiko
10–12 Punktehohes Risiko
13–14 Punktemittleres Risiko
15–18 PunkteRisiko
19–23 Punktekein erhöhtes Risiko

Ab 18 Punkten und darunter gilt ein Dekubitusrisiko. Die Abstufung darunter ist gängig, aber nicht einheitlich – manche Einrichtungen arbeiten mit leicht anderen Grenzen.

Die sechs Merkmale im Einzelnen

MerkmalPunkte
Sensorisches Empfindungsvermögen
Kann die Person Druck und Schmerz spüren und mitteilen?
1 fehlt – keine Reaktion auf Schmerzreize, z. B. bewusstlos oder stark sediert
2 stark eingeschränkt – reagiert nur auf starke Schmerzreize, kann Beschwerden kaum mitteilen
3 leicht eingeschränkt – reagiert auf Ansprache, kann Beschwerden aber nicht immer mitteilen
4 vorhanden – reagiert auf Ansprache und teilt Beschwerden mit
Feuchtigkeit der Haut
Wie oft ist die Haut feucht – durch Schweiß, Urin oder Wundsekret?
1 ständig feucht – Haut ist fast immer feucht
2 oft feucht – Wäschewechsel etwa einmal pro Schicht nötig
3 manchmal feucht – Wäschewechsel etwa einmal am Tag nötig
4 selten feucht – Haut ist meist trocken
Aktivität
Wie viel bewegt sich die Person im Alltag?
1 bettlägerig – verlässt das Bett nicht
2 sitzt auf (Stuhl/Rollstuhl) – kann kaum oder gar nicht gehen, sitzt im Stuhl oder Rollstuhl
3 geht wenig – geht am Tag kurze Strecken, mit oder ohne Hilfe
4 geht regelmäßig – geht mehrmals täglich, auch außerhalb des Zimmers
Mobilität
Kann die Person ihre Körperlage selbst verändern?
1 komplett immobil – keine Lageveränderung ohne Hilfe
2 stark eingeschränkt – nur selten kleine Lageveränderungen
3 leicht eingeschränkt – häufige kleine Lageveränderungen selbstständig
4 mobil – verändert die Lage oft und selbstständig
Ernährung
Wie viel isst und trinkt die Person?
1 sehr schlecht – isst selten mehr als ein Drittel der Mahlzeiten, trinkt wenig
2 mäßig – isst etwa die Hälfte der Mahlzeiten
3 adäquat – isst mehr als die Hälfte der Mahlzeiten
4 gut – isst die angebotenen Mahlzeiten meist ganz
Reibung und Scherkräfte
Rutscht die Person im Bett oder Stuhl, braucht sie viel Hilfe beim Umlagern?
1 Problem – braucht viel Hilfe beim Bewegen, rutscht häufig nach unten
2 potenzielles Problem – bewegt sich etwas selbst, rutscht gelegentlich
3 kein Problem – bewegt sich selbstständig, hält die Position

Was bei einem Risiko hilft

Welche Maßnahmen im Einzelfall passen, entscheiden Pflegefachkraft und Ärztin oder Arzt.

Braden-Skala in der Pflege-App

In der mobilen App von care-attendant erfasst die Pflegekraft die Braden-Skala direkt beim Klienten – mit denselben Merkmalen und Grenzen wie dieser Rechner. Bei einem Risiko sind Maßnahmen Pflicht, die Einschätzung erscheint in der Schichtübergabe, und Einschätzungen, die älter als vier Wochen sind, werden zur Neubewertung markiert. Daneben gibt es die Sturzrisiko-Einschätzung nach den Risikofaktoren des Expertenstandards und die Wunddokumentation mit Foto.

Häufige Fragen zur Braden-Skala

Ab wie vielen Punkten besteht ein Dekubitusrisiko?

Bei 18 Punkten und weniger. Je niedriger die Summe, desto höher das Risiko: Die Skala reicht von 6 (höchstes Risiko) bis 23 Punkte (kein erhöhtes Risiko).

Wie oft sollte die Braden-Skala erhoben werden?

Bei Beginn der Versorgung und immer, wenn sich der Zustand ändert – etwa nach einem Krankenhausaufenthalt, bei Bettlägerigkeit, Fieber oder wenn die Person weniger isst. Viele Einrichtungen legen zusätzlich feste Abstände fest.

Ist die Braden-Skala Pflicht?

Nein. Der Expertenstandard Dekubitusprophylaxe setzt auf die fachliche Einschätzung der Pflegefachkraft. Eine Skala wie Braden kann diese Einschätzung strukturieren und nachvollziehbar machen, ersetzt sie aber nicht.

Was ist der Unterschied zur Norton-Skala?

Beide schätzen das Dekubitusrisiko ein. Die Braden-Skala bewertet sechs Merkmale und berücksichtigt ausdrücklich Ernährung sowie Reibung und Scherkräfte; die ältere Norton-Skala arbeitet mit fünf Merkmalen.

Werden meine Eingaben gespeichert?

Nein. Der Rechner läuft vollständig in Ihrem Browser. In der Pflege-App wird die Einschätzung dagegen dokumentiert – mit Datum, Verfasser und Maßnahmen.

Hinweis. Diese Seite erklärt das Verfahren allgemein und ersetzt keine Rechts- oder Pflegeberatung. Beträge und Punktwerte geben den Stand 2025 wieder und sind der jeweils genannten Rechtsgrundlage entnommen. Verbindlich entscheidet immer Ihre Pflegekasse. Eine kostenlose und unabhängige Beratung bekommen Sie beim Pflegestützpunkt Ihrer Kommune und bei den Pflegeberatungen nach § 7a SGB XI.

Braden-Skala in der App dokumentieren

Der Care-Assistant führt das Pflegetagebuch digital: Einträge in Sekunden, Auswertung nach den sechs Modulen der Begutachtung, Bericht als PDF für Pflegekasse und Medizinischen Dienst.

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