Sturzsensor für Senioren – Hilfe ohne Knopfdruck

Ein Notrufknopf hilft nur, wenn er gedrückt wird. Ein Sturzmelder meldet auch dann, wenn das niemand mehr kann.

Der Notrufknopf hat ein Problem: er muss gedrückt werden

Klassische Hausnotrufe setzen voraus, dass jemand nach dem Sturz noch handeln kann. Genau das ist häufig nicht der Fall - bei Bewusstlosigkeit, bei Schmerz, bei Verwirrtheit, oder weil das Gerät auf dem Nachttisch liegt und der Sturz im Bad passiert ist. Viele Menschen legen den Knopf auch ab, weil er stört oder weil sie ihn nicht brauchen wollen.

Ein Sturzsensor dreht das um: Er erkennt den Sturz selbst und meldet ihn, ohne dass jemand etwas tut. Eine SOS-Taste ist zusätzlich vorhanden - sie ist aber nicht mehr die Bedingung dafür, dass Hilfe kommt.

Bei uns läuft diese Meldung nicht in eine anonyme Leitstelle, sondern in dieselbe App, in der auch das Pflegetagebuch geführt wird. Angehörige sehen sie sofort, auch aus der Ferne.

Die Ampel: was das System erkennt und wann es meldet

Messwerte helfen niemandem. Was hilft, ist eine Einordnung. Die Auswertung läuft deshalb über feste Regeln und endet in einer Ampel: rot heißt sofort handeln, gelb heißt nachsehen, grau heißt Wartung. Sie müssen keine Kurve lesen, um zu wissen, ob Sie ins Auto steigen müssen.

ErkennungAuslöserSchwere
SturzSturzmeldung des Sensorsrot – sofort handeln
RauchRauchmelderrot – sofort handeln
Bett länger verlassenlänger als 20 Minutengelb – nachsehen
Tür oder Fenster offenlänger als 15 Minutengelb – nachsehen
Raumtemperaturunter 18 oder über 26 Gradgelb – nachsehen
Luftfeuchteüber 70 Prozentgelb – nachsehen
Batterie schwachunter 20 Prozentgrau – Wartung
Sensor stummkeine Meldung seit 24 Stundengrau – Wartung

Die letzte Zeile ist die wichtigste und fehlt bei vielen Systemen: Ein Sensor, der nichts mehr meldet, ist kein guter Sensor - er ist ein defekter. Ohne diese Prüfung hält man Stille für Sicherheit.

Was der Sturz für den Pflegegrad bedeutet

Stürze und nächtliche Unruhe fallen in der Begutachtung unter Mobilität (Modul 1) und Verhaltensweisen (Modul 3). Beides wird regelmäßig zu niedrig eingeschätzt, weil es sich am Begutachtungstag nicht zeigt und niemand nachts Protokoll führt.

Jede Sensormeldung ist ein Eintrag mit Datum und Uhrzeit. Bei einer Höherstufung ist das belastbarer als jede Erinnerung.

Häufige Fragen zum Sturzsensor

Funktioniert der Sensor, wenn jemand nicht mehr drücken kann?

Ja, das ist der Kern. Die Sturzerkennung löst über den Bewegungssensor selbstständig aus - ohne dass jemand einen Knopf findet, erreicht oder drücken kann. Eine SOS-Taste gibt es zusätzlich, sie ist aber nicht die Voraussetzung.

Was passiert nach einem erkannten Sturz?

Die Meldung läuft über die Zentraleinheit ins System und erscheint als roter Befund in der App - bei allen Berechtigten gleichzeitig, auch bei Angehörigen an einem anderen Ort. Der Vorfall bleibt dokumentiert und landet im Verlauf.

Braucht das WLAN in der Wohnung meiner Eltern?

Die Sensoren funken zur Zentraleinheit, diese braucht einen Internetzugang. Ein eigener Computer ist nicht nötig, und niemand muss etwas bedienen.

Ist das eine Überwachung?

Es werden keine Kameras und keine Mikrofone eingesetzt. Erfasst werden Bewegung, Sturz, Tür- und Fensterkontakte, Temperatur, Luftfeuchte und Rauch. Wer die Daten sehen darf, ist an die Zugriffsrechte gebunden.

Und wenn jemand die Wohnung verlässt?

Das mobile Armband Flex Pro 2 erkennt Stürze auch unterwegs und hat GPS-Ortung und Geofencing: Sie legen eine Sicherheitszone fest, etwa Wohnung, Garten oder Wohnviertel. Verlässt die Person diesen Bereich, meldet das Armband das mit Standort an die gespeicherten Kontakte.

Was kostet es?

Der Sturz-Sensor einzeln 249,00 €, das komplette Sensorpaket mit Zentraleinheit, Bewegungs-, Raumklima-, Tür- und Fenstersensor, Rauchmelder und Sturz-Sensor 550,00 €. Jeweils einmalig, zuzüglich 9,90 € Versand.

Hinweis. Diese Seite erklärt das Verfahren allgemein und ersetzt keine Rechts- oder Pflegeberatung. Beträge und Punktwerte geben den Stand 2025 wieder und sind der jeweils genannten Rechtsgrundlage entnommen. Verbindlich entscheidet immer Ihre Pflegekasse. Eine kostenlose und unabhängige Beratung bekommen Sie beim Pflegestützpunkt Ihrer Kommune und bei den Pflegeberatungen nach § 7a SGB XI.

Sensorik und Pflegetagebuch in einer App

Der Care-Assistant führt das Pflegetagebuch digital: Einträge in Sekunden, Auswertung nach den sechs Modulen der Begutachtung, Bericht als PDF für Pflegekasse und Medizinischen Dienst.

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